Nun sind wir zurück in Thailand, liegen faul auf unserer Terasse, eingehüllt unter einem Mückennetz, da es schon dunkel ist und haben gerade sehr lecker gegessen und Thai-Whisky mit Cola getrunken.
Doch nun rief der Rechner, da doch noch zwei Tage Siem Reap mit – ich weiß nicht wievielen – Tempeln fehlen. Da wir nun drei Tage auf einer fast einsamen Insel sind und die Aktivitäten sehr eingeschränkt sind, berichten wir nun in Etappen von unserem kulturellen Besuch von vielen „toten“ Steinen.
Fangen wir mit dem Montag und der sogenannten kleinen Tempeltour an. Erst einmal: es täuscht, wenn wir von klein sprechen, denn wir sind bereits um 4:45 Uhr morgens vom Tuk Tuk abgeholt worden. Bepackt mit einem Frühstückspaket, Kameras, Mückenspray und Wasser (ganz wichtig) ging es los in die Finsternis. Es war so dunkel, dass die eigene Hand vor Augen nicht mehr zu sehen war. Doch nach ca. 30 Minuten Fahrt mussten wir unseren Augen und der Taschenlampe trauen. Die Lampe zog leider aber soviele Tiere an, dass es besser war ohne Lampe zu laufen. Doch wer ist schon einmal auf schwimmenden Brücken aus Kunststoff im Dunkeln über Wasser gegangen? Das ist gar nicht so einfach! Den Weg zu finden kann dann ganz schön interessant sein. Allerdings waren wir nicht alleine, so dass wir teilweise einfach den Stimmen folgen konnten. Wer nun denkt, wir übertreiben, nein, so war es wirklich, da der Mond weit weg vom Vollmond ist und von Straßenlatternen keine Spur war. Doch wer weiß wohin uns der Weg führen würde und was auf uns warten sollte, wenn es hell wird.
Erstes Ziel – Angkor Wat
Nach ein paar hundert Metern waren wir am Ziel angekommen. Eine Brücke, rechts und links von der Brücke Menschen und viele Stimmen. Später stellte sich heraus, dass die vielen Menschen jeweils um einen See standen. Mit Blick gen Osten zum Angkor Wat „Hauptgebäude“.
Wir gesellten uns zu den Massen und warteten auf den Sonnenaufgang. So langsam wurden Silhouetten eines Tempels und Palmen sichtbar. Mit jeder Minute wurde das Scherenbild detailreicher. Angkor Wat wird als herausragendes nationales Symbol gesehen, das repräsentativ für die Khmerkultur und das alte und heutige Kambodscha steht. Allgemein ist der Tempel zum Teil auf Grund der Witterungsbedingungen und der Geschichte von Plünderungen verfallen. Sicherlich ist es noch eine Anlage, die nach unserem Dafürhalten mit am Besten erhalten ist. Es ist schon ein irres Anwesen, wenn man sich überlegt, dass dieser Tempel schon einige Jahrhunderte hinter sich hat. Bei dem genauen Datum ist man sich nicht sicher. Es kann bereits aus den Jahren 1113-1150 oder etwas später 12. Jahrhundert bis Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. Für mich ist es egal wann, die Baukunst mit dieser noch erkennenbaren Präzession ist schon irre. Jede Figur ist anders, in Geschichten verwickelt oder drückt etwas aus.
Die Grundfläche der Anlage misst inklusive des Wassergrabens in West-Ost-Richtung knapp 1,5 km und in Nord-Süd-Richtung knapp 1,3 km. Der Wassergraben ist zwischen 170 und 190 Meter breit und umschließt den inneren Bereich. Der Wassergraben stellt nach vielen Interpretation den Ur-Ozean dar, womit er sich zusammen mit den zahlreichen Bauten der Tempelanlage in das Bild eines symbolischen Universums einordnet. Das Zentrum bildet ein auffälliger Tempel, der fünf nach Lotusblüten geformten Türme besitzt. Der größte Turm ist 65 m hoch. Viele der Tempelwände sind mit steinernen Figuren dekoriert. Jede Figur hat eigene, besondere Merkmale, sodass sie sich untereinander nicht gleichen.







































